24-Stunden-Pflege

Alle Infos zu Pflege- & Betreuungsformen,
Pflegestufen & -graden und den Kosten.

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Zuschüsse, Zuzahlungen und mehr

Kosten für die Pflege

Vor 20 Jahren wurde die Pflegeversicherung in Deutschland eingeführt. Als fünfte Säule der Sozialversicherung unterstützt sie Pflegebedürftige und deren Angehörige bei der Finanzierung der Pflege. Je nach Pflegestufe erhält man unterschiedliche Zuschüsse für die häusliche oder vollstationäre Pflege, als finanzielle Anerkennung für pflegende Angehörige, sowie Pflegesachleistungen. Die Gesamtkosten deckt die Pflegeversicherung in der Regel aber nicht ab, sodass Senioren und Angehörige einen Eigenanteil leisten müssen. Sicher-ins-Alter.de unterstützt Pflegebedürftige und Angehörige, den Überblick über die Pflegekosten zu behalten, und hilft mit dem Pflegekostenrechner, die individuelle Pflege besser planen zu können. 

Die Pflegesituation in Deutschland

Statistik über die Pflegebedürftigen in Deutschland bis 2013

Ende 2013 zählte das Statistische Bundesamt 2,63 Millionen Menschen in Deutschland, die im Sinne des SGB XI als pflegebedürftig gelten. Etwa 1,4 Millionen waren der Pflegestufe 1, 836.000 der Pflegestufe 2 und 310.000 der Pflegestufe 3 zugeordnet. Ein Großteil aller Pflegebedürftigen in Deutschland – etwa 1,8 Millionen – werden im häuslichen Umfeld gepflegt. Das sind 71 % aller Pflegebedürftigen. Rund 615.000 der 71 % beanspruchten neben der Pflege durch Angehörige die Hilfe von ambulanten Pflegediensten. Angehörige, Freunde, Nachbarn und Ehrenamtliche zählen zu den wichtigsten Stützen der sozialen Pflegeversicherung. Ohne sie wäre eine Versorgung aller Pflegebedürftiger noch kritischer, als sie es heutzutage ohnehin ist. Denn Deutschland muss sich der Herausforderung des Pflegesektors stellen: Durch den demographischen Wandel bedingt steigt die Lebenserwartung und sinkt die Zahl der Erwerbstätigen bzw. grundsätzlich der jüngeren Menschen. Das bedeutet: Mehr alte Menschen, weniger Nachwuchs, weniger Pflegefachkräfte. 

Die Gründe für eine häusliche Pflege liegen in unterschiedlichen Bereichen: Senioren wünschen sich, im eigenen Zuhause wohnen bleiben zu können; Angehörige kümmern sich lieber selber als den Pflegebedürftigen ins Seniorenheim „zu stecken“; die Kosten für die Pflege – insbesondere in vollstationären Einrichtungen – sind nicht gering – gleichzeitig müssen Senioren häufig mit einer niedrigen Rente auskommen. Können die übrigen Kosten für die Pflege nicht aus eigenen Mitteln bezahlt werden, kann die sogenannte Hilfe zur Pflege helfen. Als Teil der Sozialhilfe im Sinne von § 61 SGB XII hat die Hilfe zur Pflege eine Art Auffangfunktion und springt dann ein, wenn die Kosten nach Abzug der Zuschüsse durch die Pflegekasse durch eigene Mittel nicht gedeckt werden können. Sie kann für gewöhnliche und wiederkehrende Verrichtungen im Bereich Körperpflege, Ernährung, Mobilität und hauswirtschaftliche Versorgung verwendet werden. Sie kann für die ambulante Pflege, Tagespflege, Nachtpflege, Kurzzeit- und vollstationäre Pflege beim Amt für soziale Sicherheit, Abteilung für Senioren, Behinderte und Pflegebedürftige, beantragt werden. 

Immer mehr Menschen auf Hilfe zur Pflege angewiesen

Seit Einführung der Pflegeversicherung verzeichnete das Statistische Bundesamt in 2013 den Höchstwert von 444.000 Menschen, die Hilfe zur Pflege erhielten. In 1995 lag die Zahl bei 574.000 Menschen, doch nahm sie im Verlauf der folgenden drei bis vier Jahre stark ab, aufgrund der neuen Pflegeversicherung, bis sie ab Ende der 90er Jahre wieder stieg. Der Anstieg der Empfänger lässt sich auf den demographischen Wandel zurückführen: Die Zahl der Pflegebedürftigen ist in den letzten Jahren gestiegen. Zwischen 2010 und 2013 verzeichnete man so 8 % mehr Leistungsempfänger der Hilfe zur Pflege. 

Was kostet die Pflege in Deutschland?

Abhängig sind die Pflegekosten in erster Linie von der Pflegestufe bzw. der individuellen Pflegebedürftigkeit. Darüber hinaus beeinflussen auch Faktoren wie der Wohnort und die jeweiligen Anbieter die Kosten für die Pflege. 

Mit welchen Restkosten ist je Pflegestufe zu rechnen?

Überblick zu den Pflegekosten mit Pflegestufe

Pflegegeld
(häusliche Pflege)
in Euro
Pflegestufe 0 mit Demenz 123,-
Pflegestufe 1 244,-
Pflegestufe 1 mit Demenz 316,-
Pflegestufe 2 458,-
Pflegestufe 2 mit Demenz 545,-
Pflegestufe 3 728,-
Härtefall 728,-
Pflegesachleistungen
(häusliche Pflege)
in Euro
Pflegestufe 0 mit Demenz 231,-
Pflegestufe 1 468,-
Pflegestufe 1 mit Demenz 689,-
Pflegestufe 2 1.144,-
Pflegestufe 2 mit Demenz 1.298,-
Pflegestufe 3 1.612,-
Härtefall 1.995,-
Pflegegeld
(vollstationäre Pflege)
in Euro
Pflegestufe 0 mit Demenz 231,- *
Pflegestufe 1 1.064,-
Pflegestufe 1 mit Demenz
Pflegestufe 2 1.330,-
Pflegestufe 2 mit Demenz
Pflegestufe 3 1.612,-
Härtefall 1.995,-
Kosten häusliche Pflege
(ambulanter Dienst)
in Euro
Pflegestufe 0 mit Demenz
Pflegestufe 1 530,-
Pflegestufe 1 mit Demenz
Pflegestufe 2 1.270,-
Pflegestufe 2 mit Demenz
Pflegestufe 3 1.320,-
Härtefall
Kosten
vollstationäre Pflege
in Euro
Pflegestufe 0 mit Demenz
Pflegestufe 1 2.200,-
Pflegestufe 1 mit Demenz
Pflegestufe 2 2.500,-
Pflegestufe 2 mit Demenz
Pflegestufe 3 3.000,-
Härtefall 3.900
Restkosten in Euro
ambulant/vollstationär
Pflegestufe 0 mit Demenz
Pflegestufe 1 62,-/1.136,-
Pflegestufe 1 mit Demenz
Pflegestufe 2 126,-/1.170,-
Pflegestufe 2 mit Demenz
Pflegestufe 3 708,-/1.338,-
Härtefall /1.905,-

Legende

*(Nur bei teilstationärer Pflege) 

Pflegekosten und Leistungen nach Pflegegraden ab 2017:

Pflegegeld
(häusliche Pflege)
in Euro
Pflegegrad 1 125,-
Pflegegrad 2 316,-
Pflegegrad 3 545,-
Pflegegrad 4 728,-
Pflegegrad 5 901,-
Pflegesachleistungen
(häusliche Pflege)
in Euro
Pflegegrad 1 125,-
Pflegegrad 2 689,-
Pflegegrad 3 1.298,-
Pflegegrad 4 1.612,-
Pflegegrad 5 1.995,-
Pflegegeld
vollstationäre Pflege
in Euro
Pflegegrad 1 125,-
Pflegegrad 2 770,-
Pflegegrad 3 1.262,-
Pflegegrad 4 1.775,-
Pflegegrad 5 2.005,-

Beratung & Angebote

Sicher-ins-Alter.de bietet eine kostenlose Erstberatung zum Thema Pflege und auf Wunsch Angebote unterschiedlichster Hersteller

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 Anmerkung zur Tabelle „Pflegekosten und Leistungen nach Pflegegraden ab 2017“: Alle Heimbewohner der Pflegegrade 2 bis 5 zahlen ab dem 01.01.2017 den gleichen Eigenanteil innerhalb eines Pflegeheimes. Das soll eine drastische Erhöhung der Restkosten aufgrund der Höherstufung verhindern. Der Eigenanteil wird, sofern Vertragsverhandlungen bis zum 30.09.2016 nicht erfolgreich sind, durch eine Formel vom Gesetzgeber definiert. Angaben zu den Kosten bzw. Restkosten lassen sich daher nicht gut vorhersagen. 

An dieser Stelle sei unbedingt auf Folgendes hingewiesen: Dies sind nur Näherungswerte, die tatsächlichen Kosten für den ambulanten Pflegedienst oder das Pflegeheim variieren immer aufgrund des individuellen Bedarfs. Insbesondere bei ambulanten Pflegediensten hängen die Kosten mit der Häufigkeit einer Leistung zusammen und welchen Umfang die Leistungen haben. Das wiederum kann mit dem individuellen Zeitbudget der pflegenden Angehörigen abgestimmt werden. 

Bei den Kosten für ein Pflegeheim kommt es unter anderem auf den Standort an. Nach wie vor sind viele Pflegeheime in den neuen Bundesländern deutlich günstiger als im Westen Deutschlands. Hier sollte man sich fragen:

  • Soll der Pflegebedürftige am eigenen Wohnort in ein Pflegeheim gebracht werden?
  • Soll der Pflegebedürftige an den Wohnort der Angehörigen wechseln und dort in einem Pflegeheim wohnen? 
  • Wie wichtig ist der Standort des Pflegeheims? 

Tipp:

Sofern es die eigene Lebens-, Arbeits- und Wohnsituation zulässt, empfiehlt es sich so viele Aufgaben wie möglich selber zu übernehmen und den ambulanten Pflegedienst die Tätigkeiten durchführen zu lassen, die aus zeitlichen oder fachlichen Gründen nicht erfolgen können. Das reduziert die Kosten für die Pflege. 

Individuelle Zuschüsse bei den Pflegekosten berücksichtigen

Gleichzeitig darf man nicht die Zuschüsse außer Acht lassen, die von der Pflegekasse gezahlt werden:

  • bis zu 40 Euro pro Monat für Pflegehilfsmittel nach § 40 Abs. 2 SGB XI 
  • bis zu 1.612 Euro für Verhinderungspflege (Ersatzpflege bis zu 42 Kalendertage) nach § 39 SGB XI und bis zu 2.418 Euro sofern die Kurzzeitpflege nicht beansprucht wurde
  • bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme bei Verbesserung des Wohnumfeldes nach § 40 Abs. 4 SGB XI (16.000 Euro bei mehreren Anspruchsberechtigten in einer Wohnung) 
  • pauschal 205 Euro pro Monat für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen nach § 38a SGB XI 
  • zwischen 104 Euro und 208 Euro für zusätzliche Betreuungsleistungen nach § 45a SGB XI 

Durchschnittswerte helfen, aber nur bedingt

Wenn ein Angehöriger plötzlich pflegebedürftig wird, verändert sich für ihn und die Familie vieles. Da kann man schnell den Überblick über Unterlagen, Anträge und Kosten verlieren. Zur Vorbereitung auf möglicherweise anfallende Kosten bzw. die Kostenplanung der Pflege eignen sich durchschnittliche Kostenwerte recht gut. Allerdings ist es immer empfehlenswert, die individuellen Kosten so genau wie möglich zu berechnen. Hier kann der Pflegekostenrechner große Abhilfe schaffen. Er bietet die üblichen Kostenpunkte entsprechend der Pflegestufen bzw. Pflegegrade im Überblick und hilft bei der Berechnung inklusive der Berücksichtigung individueller Zuschüsse.