24-Stunden-Pflege

Alle Infos zu Pflege- & Betreuungsformen,
Pflegestufen & -graden und den Kosten.

24-Stunden-Pflege
Ein generationenübergreifendes Thema

Kompakt: Das Pflegesystem in Deutschland

Die Pflege ist in Deutschland ein großes, generationenübergreifendes Thema, das sowohl Senioren als auch Angehörige betrifft. Aufgrund des demographischen Wandels steht Deutschland - Politik ebenso wie Gesellschaft - vor einer großen Herausforderung: Der Nachwuchs in Pflegejobs fehlt, die Menschen werden älter und gleichzeitig sinken die Renten, um eine umfassende Pflege bezahlen zu können. Wie ein Leben im Alter, insbesondere die Pflege, in Deutschland aussehen kann - darüber informiert sicher-ins-alter.de!

Die Folgen des demographischen Wandels

Immer mehr ältere Menschen

Statistik Pflegebedürftige in Deutschland bis 2013

Die Menschen in Deutschland werden immer älter. Das liegt zum einen an der immer besser werdenden medizinischen Versorgung, die die durchschnittliche Lebenserwartung stetig ansteigen lässt. Auf der anderen Seite sinkt aber die Geburtenrate, wodurch der Anteil an älteren Menschen hierzulande größer wird. Gleichzeitig brauchen gerade Senioren häufig Hilfe im täglichen Leben und sind daher oft pflegebedürftig.

 

Prognosen des Bundesministeriums für Gesundheit sagen beispielsweise voraus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2060 von 2,6 auf 4,2 Mio. steigen wird. Der prozentuale Anteil an pflegebedürftigen Menschen wäre damit doppelt so hoch wie der bisherige von 3%. Dadurch steigt auch der Bedarf an Pflegekräften, die die Senioren in ihrem Leben und bei möglichen Problemen begleiten können.

Trotz erhöhtem Bedarf

Nachwuchskräftemangel

Statistik über die fehlenden Pflegekräfte in Deutschland

Das vorhandene, professionelle Pflegepersonal wird älter und weniger. Schon heute steigt beispielsweise der Anteil der über 50-Jährigen in der Pflegebranche kontinuierlich an. Mittelfristig betrachtet könnte dies zu Engpässen im Personal führen, da viele dieser Arbeitnehmer altersbedingt bald ausfallen werden. Zudem fehlen seit Jahren Fachkräfte in der Pflege, während gleichzeitig der Bedarf an Pflegekräften steigt. Einer Schätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zur Folge könnte sich der Bedarf so bis 2050 mehr als verdoppeln und würde so auf ungefähr 1,5 Mio. Vollzeitkräfte ansteigen.

 

Das trifft auch auf die informelle, nicht-professionelle Pflege durch beispielsweise Angehörige zu. Eine Situation, die auf den Rückgang der Geburtenrate zurückzuführen ist. Viele Pflegebedürftige werden einfach weniger Kinder haben, die sich um ihre Eltern kümmern können. Außerdem lag die Pflege der Angehörigen bisher häufig in weiblicher Hand, was gesellschaftliche Gründe hatte. Hier werden ebenso große Veränderungen erwartet, da die Erwerbstätigkeit unter Frauen in den letzten Jahren stark anstieg und auch weiterhin steigen wird. Die Folge: Es ist weniger Zeit vorhanden, um sich um bedürftige Familienmitglieder kümmern zu können.

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Formen der pflege im eigenen Zuhause

Ambulante Pflege

Die ambulante Pflege findet im Haushalt des Pflegebedürftigen statt. Dabei sorgen sich entweder Angehörige wie Familienmitglieder, Ehepartner, Freunde, Nachbarn oder aber ausgebildetes Personal um den Menschen mit Pflegebedarf. Abgedeckt werden hierbei Einsatzfelder wie die Grundpflege, Verhinderungspflege, Behandlungspflege und die hauswirtschaftliche Pflege. Wichtig ist allerdings, dass ein funktionierendes persönliches Umfeld vorhanden ist, das dem Pflegebedürftigen die bestmögliche Behandlung bei weiterhin relativ großer Unabhängigkeit bieten kann.

Für viele Senioren ist der Wunsch nach Selbstständigkeit und dem Leben im gewohnten Umfeld mittlerweile sehr wichtig. Dazu kommt, dass es finanziell oft die beste Variante ist, die ambulante Pflege zu wählen, da Pflegeheime nicht mehr alleine durch die Renten der Senioren finanziert werden können. Gerade deshalb ist es umso wichtiger zu wissen, dass auch die ambulante Pflege eine gute Alternative darstellt, die für immer mehr Menschen attraktiver wird.

Ausländische Pflegekräfte

Seit 1995, dem Jahre der Einführung der Pflegeversicherung in Deutschland, ist es hierzulande weit verbreitet, ausländische HelferInnen als Pflegekräfte anzustellen, die die Haushalte bei der ambulanten Pflege unterstützen. Grund dafür ist vor allem das geringe Lohnniveau in vielen der Heimatländer der HelferInnen, was es für diese attraktiver macht, in Deutschland zu arbeiten. Gleichzeitig gestaltet sich dies für die Haushalte günstiger als z.B. die Unterbringung in einem Pflegeheim und entlastet Angehörige ungemein.

Die Einstellung gestaltet sich am einfachsten und unkompliziertesten bei der Vermittlung über eine professionelle und seriöse Agentur. Bei dieser Variante ist die Pflegekraft weiterhin in ihrem Heimatland angestellt und ausschließlich dort steuer- und sozialversicherungspflichtig. Die Pflegekraft kann allerdings auch direkt vom Haushalt angestellt werden, wodurch dieser zum Arbeitgeber wird, was den Aufwand und die Komplikationen alleine durch die anfallende Bürokratie erhöht.

Formen der Pflege im eigenen Zuhause und im Pflegeheim

Teilstationäre Pflege

Die teilstationäre Pflege stellt einen Kompromiss zwischen der ambulanten Pflege zu Hause und der stationären Pflege im Heim dar. Der Pflegebedürftige wird entweder tagsüber oder nachts für einen gewissen Zeitraum in einem Pflegeheim versorgt, was die Angehörigen entlastet und ihnen mehr Zeit für sich verschafft. Außerdem bringt es für die Pflegebedürftigen den Vorteil, nicht komplett auf die eigene Unabhängigkeit verzichten zu müssen. Generell wird dabei immer zwischen der Tages- und der Nachtpflege unterschieden.

 

Tagespflege: Der Pflegebedürftige hält sich tagsüber insgesamt bis zu acht Stunden in einem Pflegeheim auf. Gewöhnlicherweise ist dies wochentags von 8 bis 16 Uhr der Fall. Dabei wird der zu Pflegende morgens von einem Fahrdienst abgeholt und nachmittags wieder zurück nach Hause gebracht. Im Pflegeheim gibt es verschiedene Therapieangebote, Mahlzeiten und Freizeitaktivitäten, durch die der Besucher stets aktiv bleibt. Die restliche Zeit des Tages, unter anderem den frühen Morgen, den Abend und die Nacht, kümmert sich ein Angehöriger um den Pflegebedürftigen, der so weiter in engem Kontakt zu seinem Umfeld bleibt.

Nachtpflege: Die Nachtpflege eignet sich vor allem für solche Pflegebedürftige, die die Nacht über Probleme in der eigenen Wohnung haben, beispielsweise aus Angst oder wegen ständiger Unruhe und des Bedarfs stetiger medizinischer Betreuung. Auch hier wird der zu Pflegende abgeholt und anschließend wieder nach Hause gebracht.

 

Mehr zum Thema finden Sie unter Pflegearten.


Formen der Pflege im Pflegeheim

Stationäre Pflege

In manchen Fällen ist eine komplett stationäre Pflege im besten Interesse des Pflegebedürftigen. Vor allem dann, wenn den ganzen Tag über intensive Pflege nötig ist. Die Pflege in Heimen ist dann die sicherste Variante, da sie überaus professionell und zu jeder Zeit erfolgt. Ein Vorteil für die Bewohner von Pflegeheimen ist außerdem das dort vorhandene Freizeitangebot, das Abwechslung und Aktivität für den Alltag verspricht. Auch die medizinische Versorgung ist hier am besten gesichert, was für einige Pflegebedürftige einen wichtigen Faktor darstellt.

 

Mehr zum Thema finden Sie unter Pflegearten.

Geschichte der deutschen Pflegeversicherung

Das Pflege-Versicherungsgesetz (PflegeVG) ist seit dem 01.01.1995 in Kraft und stellt das 11. Buch des Sozialgesetzbuches (SGB XI) dar. Dieses besagt unter anderem, dass jede gesetzliche und private Versicherung eine Pflegeversicherung beinhalten muss. Zu beachten ist allerdings, dass die Pflegeversicherung keine so genannte Vollversicherung ist. Sie übernimmt dementsprechend nur einen Teil der Kosten für die Pflege.

2002 trat die erste Reform dazu, nämlich das Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetz, in Kraft, die u.a. den Anspruch auf erhöhte Leistungen bei Härtefällen einführte.

2012 trat das Gesetz zur Neuausrichtung der Pflegeversicherung in Kraft. Ziele des Gesetzes waren vor allen Dingen verbesserte und neue Leistungen für Demenzkranke, staatliche Zuschüsse für Pflege-Zusatzversicherungen und die Förderung neuer Wohnformen wie beispielsweise Pflege-WGs. Außerdem wurde der Beitragssatz zur gesetzlichen Pflegeversicherung von 1,95 % auf 2,05%, beziehungsweise 2,3% bei Kinderlosen angehoben.

Die bisher letzte Reform des Pflegesystems fand 2015 statt, als das Pflegestärkungsgesetz I in Kraft trat. Dieses sollte die Leistungen für Pflegebedürftige ausweiten, die Zahl der Pflegekräfte in stationären Einrichtungen erhöhen und einen Pflegevorsorgefond einrichten, der künftige Beitragserhöhungen abfangen soll. Ferner wurde der Beitragssatz erneut erhöht, dieses Mal um 0,3%.

Der zweite Teil dieses Gesetzes, das Pflegestärkungsgesetz II, soll 2017 wirksam werden und vor allem eine Reform des bisherigen Pflegebedürftigkeitsbegriffes bewirken. Die bisherige Beurteilung der Pflegebedürftigkeit orientierte sich fast ausschließlich an körperlichen Problemen, was von nun an geändert werden soll, um demenzkranken Menschen besser helfen zu können.

Wer finanziert die Pflege?

Kosten

Seniorin mit Krankenkassenkarte

Ein weiterer Faktor, der bei der Suche nach der bestmöglichen Pflege nicht außer Acht gelassen werden darf, ist die Finanzierung. Für viele Rentner ist es mittlerweile schwierig, sich die vergleichsweise teuren Pflegeheime zu leisten, was mit steigenden Preisen und sinkenden Renten zusammenhängt. Die Pflegekassen übernehmen je nach Pflegestufe leider nur einen Teil der Kosten für die Pflegeheime. Für den Rest müssen der Pflegebedürftige oder seine Angehörigen selber aufkommen. Gleiches gilt für die ambulante Pflege, bei der ebenfalls je nach Pflegestufe nur ein Teil der Kosten von den Pflegekassen getragen wird.

Tipp:

Der durchschnittliche Kostenaufwand für ein Pflegeheim bei ungefähr 3.300 Euro pro Monat (Stand 2012, neuere Daten wären besser). Die Pflegekassen übernehmen bei Pflegegrad 1 einen Anteil von 125 Euro. Bei Pflegegrad 2 sind es 770 Euro, während bei Pflegegrad 3 1.262 Euro erstattet werden. Pflegegrad 4 ist mit 1.775 Euro bedacht, Pflegegrad 5 mit 2.005 Euro. Es werden ausschließlich die reinen Pflegekosten von der Versicherung übernommen. Kost und Logis plus eventuelle Freizeitaktivitäten sind nicht mitinbegriffen.

Gleiches gilt für die Kostenübernahme bei der teilstationären Pflege. Mahlzeiten, Unterbringung und Freizeitgestaltung müssen selbst getragen werden. Transport und die tatsächliche Pflege werden allerdings von den Pflegekassen bezahlt, sodass hier auch finanziell ein guter Kompromiss gefunden werden kann.

Aufgrund der derzeitigen und zukünftigen Lage des Pflegesystems ist es sehr sinnvoll, neben einer Pflegeversicherung auch Zusatzversicherungen abzuschließen, die möglichst viele Kosten und Fälle abdecken. Ein angenehmer Lebensabend für Senioren wird dadurch garantiert.

Auf den folgenden Seiten finden Sie nähere Informationen zum Thema Pflege.